14.03.2014: Schladming/Österreich: Holzforschung Austria

Ein Blick in die Zukunft…

Der 14. Fenster Türen Treff zog im März diesen Jahres mehr als 220 Teilnehmer in den Wintersportort Schladming. Ein breiter Themen-Mix in gewohnter Qualität der Holzforschung Austria erwartete die Besucher.

Am 13. und 14. März 2014 veranstaltete die Holzforschung Austria (HFA) zum 14. Mal das erfolgreiche Branchentreff. Rund 220 TeilnehmerInnen aus der Fensterbranche fanden sich im Congress Schladming ein um den internationalen Expertinnen und Experten zu lauschen, die über die neuesten Entwicklungen informierten. Das Tagungsprogramm zog einen Bogen von der Zukunftsvision der „Morgenstadt“ über „Biometrie“ zu „Social Media“. Aber auch handfeste Themen wie Forschung & Entwicklung, Leistung, Markt und Recht kamen nicht zu kurz.

Morgen

Nach der Einführung von Dipl.-HTL-Ing. Peter Schober (HFA), der auch das neue Erscheinungsbild der Holzforschung Austria vorstellte, begann der einführende Vortrag des ersten Blockes. DI Steffen Braun (Fraunhofer IAO/D) zeigte Zukunftsvisionen der „Morgenstadt“. Dabei ging er genauer auf die Systeme der Ballungszentren im Zusammenspiel neuer Technologien ein. Über die Möglichkeiten der Biometrie sprach im Anschluss DI Alexander Nouak (Fraunhofer IGD/D). Er holte die Zuseher von den Wolken der Zukunft in die jetzige Situation zurück und räumte mit allgemeinen Mythen auf, indem er Vorteile und Risiken der Biometrie (z.B. Schließsysteme mittels Fingerprint) erläuterte. Marco Ragonesi (RSP Bauphysik AG/CH) sprach danach über das Kraftwerk Fenster und dessen positive Energiebilanz. Im Anschluss folgten zwei Bauherrenberichte über Holz-Glas-Verbundkonstruktionen und deren Weg von der Forschung zur Realisierung Zwei beeindruckende Objekte unterschiedlicher Ausprägung die die Leistungsfähigkeit des HGV-Systems nachhaltig unter Beweis stellten.

Recht

Der zweite Block begann mit dem Vortrag von Dipl.-HTL-Ing. Peter Schober (HF) der in Doppelkonferenz mit DI Martin Wieser (HFA) über Aktuelles aus der Normung berichtete und dabei tiefgehende Einblicke in den Normenbereich von Fenstern und Türen gab. Zum Thema objektspezifische Nachweise kam Schober zum Fazit: Trotz zunehmender Sonderlösungen und damit einhergehender komplexer Aufgabenstellungen können die Konstruktionen durch Eignungstests, computergestützte Simulationen und Berechnungen zur Zufriedenheit aller Beteiligten wesentlich beitragen. Dr. Walther Löbl (Grassner Lenz Thewanger & Partner) berichtete in einem erfrischenden Vortrag über rechtliche Aspekte der Fensterbranche und den „Mangelbegriff“. Die Marktüberwachung stand im Mittelpunkt des Vortrages von Dr. Nikolaus Fuchs (OIB) – was will und darf sie – daneben ging er genauer auf die damit verbundene Bauproduktenverordnung und die Veröffentlichung der Leistungserklärung im Internet ein.

Leistung

Im Block „Leistung“ wurde der Anfangsvortrag von DI(FH) Eduard Bachmann (Berner Fachhochschule/CH) bestritten, der genauer auf die Entwicklung einer Beschichtung für Fensterwerkzeuge einging. „Schneller produzieren, eine bessere Qualität erreichen und preiswert sein“ stand dabei im Vordergrund. Möglichkeiten zu Leistungssteigerung beim PVC-Schweißen stellte Dr. Benjamin Baudrit (SKZ/D) genauer anhand von PVC-Fensterprofilen dar. Im vielbeachteten letzten Vortrag des Blocks zum Thema Mitarbeiterleistung, erörterte Dipl.-Oec. Ilka Jastrzembowski (Müller+Partner/D) den psychologischen Zusammenhang zwischen Leistung und Führung, sowie dessen Auswirkung auf die Arbeit und Mitarbeitermotivation.

Forschung & Entwicklung

Der zweite Tag des Branchentreffs wurde durch DI (FH) Benno Bliemetsrieder (ift Rosenheim/D) eröffnet. Er sprach über die Auswirkung von Emissionen aus Tür und Fenster sowie deren Anreicherung in der Innenraumluft. Emissionen aus Fenster und Türen – so sein Fazit – haben auf die Gesundheit der Bewohner aufgrund der geringen Eigenemissionen und Beladungsfaktoren eher weniger Auswirkung. Dr. Christoph Hackspiel (HFA) erläuterte die hohen Anforderungen an die Fensterstatik aufgrund schlankerer Profile und zunehmender Fenstergrößen. Er stellte dabei ein Vorbemessungstool der Holzforschung Austria zur Berechnung von Fensterkonstruktionen vor. Danach ging DI Heinz Ferk (Technische Universität Graz) auf die Kondensatbildung ein. Sein Fazit: Planer und Nutzer sind für das Gebäudeklima und damit auch für „schwitzende Fenster“ verantwortlich und können dies maßgeblich gestalten. Der Block wurde durch Dr. Martin Teibinger (HFA) abgerundet, der aus der Sicht des Bauphysikers über die thermische Behaglichkeit im Sommer in Gebäuden sprach. Das Fenster ist in Hinblick auf die Beschattung und Lüftung der entscheidende Faktor zum Wohlbefinden der Nutzer. Selbst Passivhäuser brauchen die Fensterlüftung um eine sommerliche Überwärmung zu verhindern.

Markt

Den Abschluss des Seminars bestritten zwei Experten, die beim Publikum sehr viel Aufsehen erregten. Mag. Andreas Kreutzer (Kreutzer Fischer & Partner Consulting GmbH) sprach über den österreichischen Markt in der Wirtschaftskrise und ging besonders auf das Thema Innovation ein. Durch Zusatzfeatures wie Beschattung, Lüftung, Motorisierung und Automatisation konnten die Erlöse pro Fenster weiter gesteigert werden. Sanjay Sauldie zog mit seinem Vortrag die Zuseher in seinen Bann und berichtete über die Veränderung des traditionellen Marketings durch das Aufkommen des WorldWideWeb. Die Bedeutung von Social Media für die Fensterbranche ist innerhalb des modernen Internet Marketing nicht mehr wegzudenken. Er schärfte den Zuhörern ein, sich selbst mehr Präsenz in neuen Medien zu schaffen, um im digitalen Zeitalter am Markt bestehen zu können.

Kontakt

Dr. Andreas Suttner
Öffentlichkeitsarbeit
a.suttner@holzforschung.at Tel.: +43-1-798 26 23-40