Radio-Interview in Bayern 2: Die Arbeit wird weniger (mit Götz Werner)

Hier abspielen:

Hier herunterladen (mit rechter Maustaste anklicken und speichern):

Download

Sanjay Sauldie im Interview mit Götz Werner:

Als er an einem Sommertag vor 40 Jahren seine erste Filiale öffnete, rauchte nachmittags die Kasse. Und das im bildlichen Sinn – die Drähte waren im Kundenansturm durchgeschmort. Das Konzept hatte er sich von ALDI abgeschaut – wenig Artikel, günstiger Preis, Selbstbedienung. Heute beschäftigt Götz Werners Drogeriekette „dm“ weltweit 50.000 Mitarbeiter und macht 7 Milliarden Umsatz im Jahr.

Ihrem Gründer reichten stets „ein bis zwei Prozent Gewinn“ – mehr sei gar nicht hilfreich für ein gutes Wachstum. Skandale und Ausbeutung suchte man bei „dm“ bislang vergebens. Sein Credo lautet: „Der Mensch ist immer das Ziel, niemals das Mittel zum Zweck“. Inspiriert von den anthroposophischen Schriften Rudolf Steiners spricht Götz Werner auch nicht von „Personalkosten“, sondern von „Mitarbeitereinkommen“. Und „Auszubildende“ sind bei ihm „Lernlinge“, weil sie eben nicht geformt werden müssen, sondern aus eigenem Antrieb etwas lernen möchten. Er selbst wirbt – für einen Unternehmer etwas ungewöhnlich – seit Jahren für ein bedingungsloses Grundeinkommen. 1000 Euro im Monat würden jeden von den drückendsten Existenzsorgen entlasten – erst dann wären viele frei, „ihr eigener Lebensunternehmer zu werden“ und sich ihren Talenten gemäß für die Gesellschaft einzubringen.

Er ist das fünfte Kind eines Heidelberger Drogisten – und selbst hat er sieben Kinder. Seine nahezu milliardenschweren Vermögensanteile hat er vor kurzem einer Stiftung übertragen – auch, weil er möchte, dass seine Kinder einen eigenen Weg durchs Leben nehmen.

Quelle http://www.br.de/radio/bayern2/gesellschaft/eins-zu-eins-der-talk/goetz-werner-chef-drogeriemarktkette-dm-102.html